Die Diekbekniederung

Eigentumsflächen Eigentumsflächen des Lämmerhofes. Entwicklung und Förderung in Zusammenarbeit mit dem Land Schleswig Holstein und dem Verein Natur Plus e.V. Panten

Die Diekbekniederung ist stark geprägt durch große, im Niederungsbereich befindliche Grünlandflächen. In diesem Gebiet fließt das von den umgebenen höher gelegenen Flächen kommende Wasser zusammen. Zwei Abflüsse prägen das Gelände. Der nach Süden in die Stecknitzwiesen mündende hat eine schöne südexponierte trockene Böschungskante hinterlassen. Hier kommen Ringelnattern und Kreuzottern vor. In der Eiszeit vor 10000 bis 15000 Jahren floss hier viel Wasser und schuf so diese 6 bis 7m tiefe Erosionsrinne innerhalb des Sanders. Mit Abschmelzen des Eises im Norden öffnete sich dann ein neuer Weg für das Wasser Richtung Ostsee, so dass sich die Fließrichtung um 180 Grad drehte. Die heutige Diekbek zieht sich nun etwa 2 km Richtung Norden und mündet dann als stilles Bächlein aus einem beachtlichen Talzug kommend, in den Elbe-Lübek Kanal.

Der nördliche Teil gehört zur Stiftung Naturschutz und ist wie auch der südliche Bereich in einer naturschutzfachlichen Optimierungsphase. Um beide Teilstücke zusammen zu führen bedarf es noch des Erwerbs eines dazwischen liegenden Grünlandstückes, das derzeit einer sehr intensiven Nutzung unterliegt. Das vom Lämmerhof bewirtschaftete Gelände hat eine Größe von 60 ha, von denen nur 10 ha Ackerland sind. Der überwiegende Teil ist Grünland mit einzelnen Gehölzstrukturen in den verschiedenen Übergangsbereichen zu den anmmorigen Grünlandflächen. Die Diekbekniederung grenzt direkt an das Hellmoorgebiet. Die Weideflächen der Diekbek werden zusammen mit den Hellmoorweideflächen in einer Einheit durch unsere Mutterkuhherde gepflegt. Ein Großteil der Grünlandflächen wird im Winter sehr naß und ist dann kaum mehr beweidbar. Die Rinder ziehen sich dann auf die trockenen Sanderflächen im nordöstlichen Bereich der Diekbekniederung zurück oder gehen auf die Ackerstandorte am Hellmoor. 

Ein fein verzweigtes Grabennetz durchzieht die Grünlandniederung. Diese Gräben werden derzeit mit viel Aufwand im Rahmen der Flurneuordnung wieder zu naturnahen Klein- und Fließgewässer hin entwickelt. Der Prozess ist recht spannend, da noch nicht abzuschätzen ist, was nach Aufhebung der künstlichen Entwässerung auf den Flächen geschehen wird. Da sind die vielen Quelltöpfe und diffusen Wasseraustrittsstellen im Gelände, de durch die Entwässerung Schaden genommen haben, der Moorkörper des Grünlandes und kleine Flachwasserbereiche die hoffentlich größer werden, damit sie wieder ein pulsierendes Leben in sich bergen. Schon jetzt werden Tümpel und Teiche im Frühjahr von Amphibien zur Fortpflanzung aufgesucht. Brandgans, Schnatterente, Krickente und Rothalstaucher sind ebenfalls anzutreffen. Spannende Jagdflüge verschiedener Libellenarten über dem Wasser der Tümpel hinweg sind im Sommer gut zu beobachten. Die Grünlandflächen sind allesamt wichtige Rast und Nahrungsflächen der verschiedenen Vogelarten. Kibitz und Bekassine sind vereinzelt an den Übergängen zu den Naßbereichen anzutreffen, haben sich aber bislang nur selten erfolgreich fortpflanzen können. Letzter ist auch immer dort, wo Schwarzwild die Grasnarbe aufgeworfen hat und so im weichen Moorboden nach Insektenlarven stochern kann. Im hoch aufgewachsenen Grünland sind unzählige Grashüpfer vertreten. Hier finden sich dann die Kraniche in großen Trupps zur Nahrungsaufnahme ein. An warmen Sommerabenden sind Wachtel und Wachtelkönig zu hören. Der Herbst gehört dann wieder den Kibitzen als Rastplatz auf ihrem Herbstzug zum Auffrischen ihrer Nahrungsreserven auf den nun kürzer geweideten Flächen. Die Diekbekniederung wird sich in den nächsten Jahren wieder zu einem pulsierendem Lebensraum entwickeln und wir freuen uns dies mit unserer Tätigkeit Begleiten und Unterstützen zu können.

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