Unsere Region

geprägt durch Eiszeiten

Ländlicher Raum zwischen den Metropolen Hamburg und Lübeck.


Der Lämmerhof liegt im Kreis Herzogtum Lauenburg, südöstliches Schleswig-Holstein, nordwestlich der Stadt Mölln.
Der Elbe-Lübeck-Kanal verläuft am östlichen Rand der Gemeinde Panten.


Die Region ist zum größten Teil land- und forstwirtschaftlich geprägt und entsprechend dünn besiedelt. Hier liegt der Naturpark Lauenburgische Seen mit dem Schaalsee, dem Ratzeburger See und dem Stecknitztal. Bemerkenswert für Schleswig-Holstein ist der hohe Waldanteil von 25% an überwiegend naturnah bestockten Wäldern. In der Landwirtschaft überwiegt der Ackerbau mit über 80% der Bodennutzung.

Die Landschaft ist stark durch die Einflüsse der letzten Eiszeit und auch deren klimatischen Entwicklungen geprägt. Das Relief entspricht dem Charakter eines Hügellandes. Begrenzt durch das nördlich liegende Lübecker Becken prägen west-östlich streichende Endmoränenstaffeln der Jungeiszeit die Landschaft. Deutlich hebt sich diese von den geringer gewellten Höhen der Altmoränenablagerungen des südwestlichen Kreisgebietes ab.
Stecknitztal
Aus der Stecknitz wurde die Salzstraße.

Naturpark Lauenburgische Seen

Wald, Wasser und mehr…
Hier sind Sie mitten in einem Erholungsgebiet.

Der schon 1961 gegründete Naturpark Lauenburgische Seen ist einer der ältesten Naturparke in Deutschland. Und er ist mit einer Fläche von 47.000 ha der drittgrößte in Schleswig-Holstein. Besondere Kennzeichen sind die 40 Seen und die vielen Waldflächen des Kreises Herzogtum Lauenburg und der Stadt Mölln. Im Naturpark steht das Natur-erleben im Vordergrund.

Stecknitztal - Moränenlandschaft mit Seitentälern

Das Stecknitztal erstreckt sich von der Stadt Mölln bis zur Hansestadt Lübeck. Die Stecknitz ist ein alter Fluß, der bereits im Mittelalter als Stecknitzkanal reguliert und mit der in die Elbe mündenden Delvenau in Verbindung gesetzt wurde. Seit dem Ausbau Ende des 19. Jahrhunderts heißt der 62 km lange Schiffahrtsweg Elbe-Lübeck-Kanal. Der historische Reichtum der Stadt Lübeck ("Nasse Salzstraße") und die Stadt Mölln haben hier ihren Ursprung. Entlang des Stecknitztales liegen viele als besonders naturnah anzusehende Biotopstrukturen. Die Seitentäler des Tales schneiden sich einige Kilometer in die umgebende Moränenlandschaft ein. Die Talränder sind häufig mit Quellwaldstrukturen bestanden und gelten aus naturschutzfachlicher Sicht als besonders wertvoll. Die landwirtschaftlichen Flächen weisen einen überproportionalen Anteil von historischen Landschaftselementen auf und zeichnen sich durch Randlängen von bis zu 200m /ha aus.

Stadt Mölln - Till Eulenspiegel-Stadt

Mölln erhielt zu Beginn des 13. Jahrhunderts Stadtrecht. Die Stadt profitierte von seiner verkehrsgünstigen Lage am Schnittpunkt wichtiger Handelswege: Die alte Salzstraße traf hier auf andere Wege, die ostwärts nach Mecklenburg führten. Hinzu kam der 1398 fertig gestellte Stecknitzkanal als ältester Kanal Deutschlands. Mölln bildet das wirtschaftliche Zentrum der Region. Bekannt ist Mölln durch die mit entlarvendem Charme gespickten Geschichten des Till Eulenspiegel. Besonders schön ist der Möllner Wildpark, der Stadthauptmannshof und der historische Stadtkern um die St. Nicolai Kirche. Eine Kanufahrt durch das Pinnautal und die Möllner Seenkette ist ein herrliches Naturerlebnis.

Die Bedeutung des Hofes für den Naturschutz

Multifunktionales Nutzungskonzept mit Ökolandbau und Naturschutz

Die Biotopkartierung des Landes Schleswig-Holstein weist für den Bereich des Stecknitztales samt Seitenrändern umfangreiche Schwerpunkte im landesweiten Biotopverbundsystem aus. Sie stellt ein dichtes Netz von Verbundachsen dar. Viele Landschaftsbestandteile des Hofumfeldes sind daher als FFH- und Vogelschutzgebiete entsprechend dem Natura 2000-Netz gemeldet.

Unter anderem findet sich im Landschaftsraum z.B. die höchste Siedlungsdichte an Kranichbrutrevieren im westlichen Verbreitungsareal. Aber auch viele andere und vor allem biotopwechselnde Arten wie Weißstorch, Kiebitz, Seeadler, Schwarzspecht, Bekassine oder Waldwasserläufer nutzen die Flächen des Hofes als Brut- bzw. Rast- und Nahrungsbiotop.

Der Hof liegt eingebettet in einem Gebiet mit erheblicher Bedeutung für den Naturschutz. Die Gründe hierfür sind zum einen klimatisch bedingt aufgrund der Übergangslage der Region zum kontinental geprägten Klimagebiet, aber ganz besonders auch im Erhalt vieler historischer Landschaftsbestandteile zu sehen. So sind zum Beispiel die meisten Saum- und Verbundstrukturen der Landschaft und des Hofes Knicks mit einem Alter von über 200 Jahren sowie bäuerliche Feldgehölze an Geländekanten oder begleitende Saumwälder entlang der Uferbereiche von Stillgewässern und an nicht begradigten bzw. wasserbaulich veränderten Bachläufen. In der Feldflur finden sich stabile Bestände von Niederwildarten wie Feldhase und Fasan. Auch kommen noch Rebhuhn und Wachtel vor und der Wachtelkönig in kleinen und zum Teil nur sporadisch brütenden Populationen.

Typische Vogelarten, die in den angrenzenden Waldökosystemen ihr Brutgebiet haben bzw. in engen Bezug zum Wald stehen, sind oftmals im Gelände an Gewäsern und Gehölzsäumen anzutreffen. Hervorzuheben sind hier der Seeadler, Kranich, Mittelspecht, Zwergschnäpper, Waldwasserläufer, Rotmilan und in Gewässernähe auch Gänsesäger und Schellente sowie an Sukzessionsflächen Schlagschwirl, Heidelerche, Wendehals und Sperbergrasmücke.

Multifunktionales Nutzungskonzept

Der Weg des Lämmerhofes zum ökologischen Landbau ist durch sein Engagement im Naturschutz gekennzeichnet. Denn der ökologische Landbau hat multifunktionale Effekte: Er hat nicht nur die Aufgabe der Nahrungserzeugung, der Schaffung einer Landschaft mit Erholungswert, zusätzlich hebt er die Verinselung von Biotopen in der Landschaft auf. Fließende Übergänge und Strukturen auf den Hofflächen können bei einer größtmöglichen Vernetzung der Lebensräume helfen.

Das Hellmoor und Umgebung

Eigentumsflächen des Lämmerhofes. Entwicklung in Zusammenarbeit mit Natur Plus e.V. Panten


Das Hellmoorareal umfasst neben dem eigentlichen Niederungsgebiet des Hellmoores auch besonders viele Knicks und Feldgehölze eingestreut in die umgebenen landwirtschaftlichen Flächen. Diese vernetzen entlang der Ackerschläge die vielen verschiedenen Biotope miteinander. Allein das Knicknetz des etwa 70 ha großen Hellmoorareals hat eine Gesamtlänge von etwa 9 km, was einer Knicklänge von 130 lfm je Hektar entspricht.

In Verbindung mit der auf den Nutzflächen realisierten weiten Fruchtfolge und den kleinen Schlageinheiten haben Singvögel in den Hecken aber auch viele Feldvögel gute Lebensbedingungen. Die Ackerflächen am Hellmoor zählen, aus landwirtschaftlicher Sichtweise betrachtet, eher zu den besseren Standor-ten. Daher sind besonders seltene Magerarten hier eher nicht anzutreffen. Vorrangiges Ziel der Nutzung der Ackerflächen ist die Erzeugung gesunder Nahrungsmittel. Das besondere dieses Gebietes ist die enge Verzahnung von Nutzungsansprüchen und Erhalt der natürlichen Vielfalt. Somit werden alle wesentlichen Merkmale reich strukturierter bäuerlicher Kulturlandschaft erfüllt.

Neben dem Hellmoor und dem Knicknetz befinden sich im Gebiet noch 9 weitere Einzelbiotope von 0,5 bis 1,5 ha Größe unterschiedlichen Charakters. Diese sind wichtige Trittsteine für wandernde Arten und Ausweichlebensraum für Arten die nicht nebeneinander existieren. Die biotopgestaltenden Maßnahmen der letzten Jahre (gefördert durch den Landkreis sowie Land und EU) wurden mit dem Ziel der Erhöhung der Biotopdichte an geeigneten Standorten und somit zur Steigerung der Artendiversität durchgeführt. Die faunistische Bedeutung des Gebietes ist daher größer als die floristische.

Selten gewordene Arten wie Neuntöter, Rebhuhn und Wachtel kommen im gesamten Gebiet vor. Die Hecken und Feldränder werden bewohnt von vielen Singvögeln, wie den Grasmückenarten, dem Zilpzalp, sowie verschiedenen Ammern und Finken. Aufgrund des guten Nahrungsangebotes wird das Gebiet auch häufig von verschiedenen Prädatoren (Räubern) aufgesucht. So sind See-adler häufig am Hellmoor auf Gänsejagd, Sperber fliegen die Hecken ab, der Turmfalken und Bussarde rütteln über den Flächen und Rotmilane und Rohr-weihen machen ebenfalls Beute. Aber auch Raubsäuger wie Füchse, Dachse und Marderhunde sind im Gelände anzutreffen. Wir hoffen, dass sie sich auf der Jagd nach Mäusen und Junggänsen befinden und unsere zarte Rebhuhn und Wachtelpopulationen in Ruhe lassen. Hier stellt sich die Frage ob das Angebot an leichter Beute für das Raubwild groß genug ist, oder ob wir Aufgrund der hohen Attraktivität des Geländes viel Raubwild der Gegend anziehen, die dann das zufällig erspähte Rebhuhn mit erlegen. Die Zusammenhänge sind komplex und oft schwer zu durchschauen.

Die Grünlandflächen sowie die Moorränder werden im Zusammenhang mit der angrenzenden Diekbekniederung von Rindern beweidet. Hier steht eher das naturschutzfachliche Ziel der Offenhaltung der Landschaft durch die Rinder (verbeißen der Gehölze), als der landwirtschaftliche Gewinn durch die Rinder-mast, im Vordergrund. Weidehaltung mit Rindern ist heutzutage selten geworden, Kühe werden meist in modernen Ställen gehalten und dort mit Hochleistungsfutter versorgt. Das aber unsere Landschaft historisch gesehen stark durch das in früheren Zeiten wild lebende Rind geprägt ist, wird dabei leider vergessen. So sind viele Arten der Offenlebensräume davon abhängig, das Rinder diese Bereiche offen halten und ihnen somit Lebensbedingen außerhalb der Ackerflächen ermöglichen. Zudem ziehen Rinder Insekten magisch an, so das z. B. die Stare sich bevorzugt dort aufhalten wo Rinder grasen (wenn nicht grad die Kirschen reif sind). Auch die Schwalben fangen viele ihrer Fliegen di-rekt über der Rinderherde und die Kraniche durchstochern sämtliche Kuhfladen nach Insektenlarven.
Landschaft ist spannend und kann wunderbar Schmecken. Das Hellmoorgebiet ist ein gelungenes Beispiel.

Erlenbruch Bleeken

Bruch- und Quellwald

Osterquelle

Feuchtbiotop

Glasrader Redder

historischer Redder mit kleinen Feuchtbiotopen

Panteraa Kerbtal

Erosionsrinne

Schwarzdorndickicht Bockshoop

komplett verbuschter Osthang

Steilhang Bockshoop

natürliche Böschungskante
mit mooriger Senke

Hellmoor See

großräumiges Flachgewässer am Ende des Seitentalzuges der Diekbekniederung

Steilkante und Feuchtbiotop Haselbusch

Trittsteinbiotop

Knickvernetzung Bockshoop Stibrock

historische Hecken (Knicks)

Die Diekbekniederung

Eigentumsflächen Eigentumsflächen des Lämmerhofes.
Entwicklung und Förderung in Zusammenarbeit mit dem Land Schleswig Holstein und dem Verein Natur Plus e.V. Panten

Die Diekbekniederung ist stark geprägt durch große, im Niederungsbereich befindliche Grünlandflächen. In diesem Gebiet fließt das von den umgebenen höher gelegenen Flächen kommende Wasser zusammen. Zwei Abflüsse prägen das Gelände. Der nach Süden in die Stecknitzwiesen mündende hat eine schöne südexponierte trockene Böschungskante hinterlassen. Hier kommen Ringelnattern und Kreuzottern vor. In der Eiszeit vor 10000 bis 15000 Jahren floss hier viel Wasser und schuf so diese 6 bis 7m tiefe Erosionsrinne innerhalb des Sanders. Mit Abschmelzen des Eises im Norden öffnete sich dann ein neuer Weg für das Wasser Richtung Ostsee, so dass sich die Fließrichtung um 180 Grad drehte. Die heutige Diekbek zieht sich nun etwa 2 km Richtung Norden und mündet dann als stilles Bächlein aus einem beachtlichen Talzug kommend, in den Elbe-Lübek Kanal. Der nördliche Teil gehört zur Stiftung Naturschutz und ist wie auch der südliche Bereich in einer naturschutzfachlichen Optimierungsphase. Um beide Teilstücke zusammen zu führen bedarf es noch des Erwerbs eines dazwischen liegenden Grünlandstückes, das derzeit einer sehr intensiven Nutzung unterliegt. Das vom Lämmerhof bewirtschaftete Gelände hat eine Größe von 60 ha, von denen nur 10 ha Ackerland sind. Der überwiegende Teil ist Grünland mit einzelnen Gehölzstrukturen in den verschiedenen Übergangsbereichen zu den anmmorigen Grünlandflächen. Die Diekbekniederung grenzt direkt an das Hellmoorgebiet. Die Weideflächen der Diekbek werden zusammen mit den Hellmoorweideflächen in einer Einheit durch unsere Mutterkuhherde gepflegt. Ein Großteil der Grünlandflächen wird im Winter sehr naß und ist dann kaum mehr beweidbar. Die Rinder ziehen sich dann auf die trockenen Sanderflächen im nordöstlichen Bereich der Diekbekniederung zurück oder gehen auf die Ackerstandorte am Hellmoor. Ein fein verzweigtes Grabennetz durchzieht die Grünlandniederung. Diese Gräben werden derzeit mit viel Aufwand im Rahmen der Flurneuordnung wieder zu naturnahen Klein- und Fließgewässer hin entwickelt. Der Prozess ist recht spannend, da noch nicht abzuschätzen ist, was nach Aufhebung der künstlichen Entwässerung auf den Flächen geschehen wird. Da sind die vielen Quelltöpfe und diffusen Wasseraustrittsstellen im Gelände, de durch die Entwässerung Schaden genommen haben, der Moorkörper des Grünlandes und kleine Flachwasserbereiche die hoffentlich größer werden, damit sie wieder ein pulsierendes Leben in sich bergen. Schon jetzt werden Tümpel und Teiche im Frühjahr von Amphibien zur Fortpflanzung aufgesucht. Brandgans, Schnatterente, Krickente und Rothalstaucher sind ebenfalls anzutreffen. Spannende Jagdflüge verschiedener Libellenarten über dem Wasser der Tümpel hinweg sind im Sommer gut zu beobachten. Die Grünlandflächen sind allesamt wichtige Rast und Nahrungsflächen der verschiedenen Vogelarten. Kibitz und Bekassine sind vereinzelt an den Übergängen zu den Naßbereichen anzutreffen, haben sich aber bislang nur selten erfolgreich fortpflanzen können. Letzter ist auch immer dort, wo Schwarzwild die Grasnarbe aufgeworfen hat und so im weichen Moorboden nach Insektenlarven stochern kann. Im hoch aufgewachsenen Grünland sind unzählige Grashüpfer vertreten. Hier finden sich dann die Kraniche in großen Trupps zur Nahrungsaufnahme ein. An warmen Sommerabenden sind Wachtel und Wachtelkönig zu hören. Der Herbst gehört dann wieder den Kibitzen als Rastplatz auf ihrem Herbstzug zum Auffrischen ihrer Nahrungsreserven auf den nun kürzer geweideten Flächen. Die Diekbekniederung wird sich in den nächsten Jahren wieder zu einem pulsierendem Lebensraum entwickeln und wir freuen uns dies mit unserer Tätigkeit Begleiten und Unterstützen zu können.

Flaggenbrock

Auf Plattdeutsch bedeutet Brock Bruch. Der Flaggenbrock ist ein wechselfeuchter Grünlandstandort den es, wie der Name schon sagt, wieder zu einem Feuchtgebiet zu entwickeln gilt. Derzeit läuft noch eine Rohrleitung, aus dem angrenzenden Flaggenbrock-Busch kommend, quer durch das Gelände hinein in die Diekbek. Diese gilt es aufzuheben, so das das Wasser sich wieder in die Wiese ergießen und für ausgedehnte Feuchtzonen sorgen kann. Gehölzraine am Hang und besonnte Feuchtlagen entlang mineralischer Kuppen und Quelltöpfen im Gelände lassen hier zukünftig einen amphibischen Lebensraum entstehen. Die Rinder werden hier weiter Zugang haben und im Spätsommer, wenn das Gebiet trocken gefallen ist, durch ihren Verbiss wirksam eine Verbuschung unterbinden.

Größe des Biotopkomplexes: 1,6 ha

Entwicklungsziele: Vernässung des Wiesenbereiches durch auf Flurhöhe ansteigendes Wasser und schaffen von dauerhaften Überflutungszonen.

Grüppensumpf am Kleeberg

Feuchtbiotop
Hier am Rande des Kleeberges tritt diffus Hangsickerwasser aus. Dieser Wiesenbereich der Diekbekniederung wird durch Grüppen (kleine schmale Gräben) entwässert. Die Entwässerung sorgt nach wie vor dafür, dass das Wasser nicht oberflächennah bleibt und durch zeitweise Überflutung zu einem interessanten Feuchtlebensraum wird. Da die Grüppen aber nicht unterhalten werden werden, konnten sich entlang ihres Verlaufes Seggenrieder ausbilden, in denen sich auch gerne mal der Wachtelkönig versteckt. Mit Aufheben des Ablaufes des Wassers aus den Grüppen in die Diekbek werden sich hier flache, temporäre Überflutungsflächen bilden. Die Seggenrieder können sich dann hoffentlich zwischen den Grüppen, in die ehemals trockenen Bereiche ausweiten. Wie schon am Flaggenbrock wird auch hier ein amphibischer Lebensraum entstehen, der von den Rindern offen gehalten wird. Hier grenzen zudem noch trockene Sanderbereiche unmittelbar an, so dass sich auch für Reptilien geeignete Übergangslebensräume entwickeln können.

Größe des Biotopkomplexes: 1,7 ha

Entwicklungsziele: Vernässung des Wiesenbereiches durch auf Flurhöhe ansteigendes Wasser Wechselfeuchte Überflutungsfläche mit Gehölzsäumen im Weidebereich der Rinder.

Quelltöpfe am Zuschlag

Feuchtbiotop
Die Quelltöpfe liegen am Übergang zwischen der Ackerfläche Zuschlag und der Diekbekniederung. Erst sehr spät, im 18 ten Jahrhundert, wurden diese Flächen entwaldet und verschiedenen Bauern zur Nutzung „zugeschlagen“, daher der Name. Das Waldgebiet hier hieß Wedenhagen und ist nur noch im Flurnamen Weihagen einer benachbarten Fläche erkennbar. Die Quellen treten artesisch im Gelände aus und sind gekennzeichnet durch torfige Bodenerhebungen auf denen meist ein paar Erlengruppen stehen. Am Rande der Quelltöpfe im flachen Wiesenbereich liegen kleinere und größere Überflutungsflächen in den Schwimmgrasvegetation vorherrscht. Der Kibitz hat hier gute Chancen seine Brut erfolgreich aufzuziehen. Auch entstehen durch die wechselnden Wasserstände und intensive Gründelarbeit der Enten und Gänse Schlammflächen in denen Flussregenpfeifer, Bekassine und Waldwasserläufer einen geeigneten Lebensraum vorfinden. Die Kraniche nutzen die Überflutungszonen des öfteren als Übernachtungsplatz und die Störche der Gegend finden hier immer genügend Nahrung.

Größe des Biotopkomplexes: 2 ha

Entwicklungsziele: Verbesserung des Zustandes der Ouelltöpfe und der angrenzenden Überflutungszonen

Trollfjord

Durch den Trollfjord rauschte in der Eiszeit mal ein stattlicher Fluß. Die Senke ist vermoort und hat eine breite von rund 30 m. Ihre Ränder sind gesäumt von 7 m hohen Böschungen zu den Flächen Zuschlag und Tannenkoppel. Die im Schatten liegende Böschung zum Zuschlag ist dicht bestanden von Hasel, Eichen, Zitterpappel und einigen Ginstern. Im Schatten der Bäume liegt die riesige Burg des Dachses, der sich im sandigen Untergrund leicht sein Tunnelsystem in die Erde hinein graben konnte. Die andere Seite des Trollfjordes liegt in der vollen Sonne, der Boden ist ebenfalls sandig, und hat offene stellen. Einige Eichen stehen am Hang, durch die die Sonne aber hindurchdringt. Eidechsen und Ringelnatter und mit Glück eine Kreuzotter sind hier beim Sonnen zu finden. In der Talsohle befindet sich eine Überflutungsfläche die nach entfernen der noch vorhandenen Rohrleitung ganzjährig Wasser halten wird. Der für die Leitung zuständige Gewässerunterhaltungsverband blockiert hier eine notwendige Entwicklungsmaßnahme durch Aufbau unsinniger formeller Hürden. Da aber die Leitung inzwischen an einigen Stellen eingebrochen ist, erledigt sich das Problem eventuell von alleine, nur das in der Rohrtrasse dann gefährliche Einbruchtrichter sind in denen Ortsunkundige durch überhängende Vegetation wie in Fallgruben reinfallen können. Wenn aber Glück im Unglück gegeben ist, kann man gut getarnt in der Grube sitzend, von den größern Bäumen am Rande aus rufend, durchaus mal den Pirol hören.

Größe des Biotopkomplexes: 2,5 ha

Entwicklungsziele: Aufhebung der Entwässerung und Schaffung eines vielfältigen Lebensraumes für Wärme und Feuchtigkeit liebende Arten

Krötenquelle

Feuchtbiotop
Diese Quelle tritt im Hang am Rande der Fläche Zuschlag aus und fließt in einen ganzjahrig Wasserführenden Teich von 0,5 ha Größe. Die Quelle ist gesäumt von einigen Erlen auf torfigem Untergrund und einem breitem Binsen und Seggengürtel. Nach wenigen Metern ist das Wasser im Teich. Im Teich selber tritt jedes Frühjahr ein Massenvorkommen an Erdkröten auf. Die Männchen, wohl in der Überzahl, packen alles was nach Paarungsmöglichkeit aussieht und erwischen auch den ein oder anderen Moor oder Grasfrosch der sich hier her begeben hat. Es kommt durchaus vor das fünf,sechs Kröten sich zu einem „Paarungsballen“ zusammengefunden haben. An den Ufern ist dann ein Wirrwarr von Laichschnüren zusehen, aus denen im Sommer Massen von Kröten das Gewässer verlassen. Auf der Wasserfläche selbst trohnt ein Schwanenpaar, Krickenten, Brandgänse und an den Ufern Bekassine und Waldwasserläufer. Libellen sind über dem Wasser in rasanten Jagdflügen zu beobachten und durch das klare Wasser hindurch zeigt sich auch mal die Silhouette des Kammmolches.

Größe des Biotopkomplexes: 1,2 ha, davon 0,5 ha Wasserfläche

Entwicklungsziele: Erhalt des derzeitigen Zustandes

Nachtigallenbusch

alter Feldweg mit Gehöz
Der Nachtigallenbusch ist eigentlich ein alter Feldweg beidseitig von Hecken gesäumt. Dadurch, dass die Hecken breit geworden sind erscheint einem dieser Bereich mehr als ein Gehölz. Der dichte Unterwuchs aus Schwarzdorn und sich daran empor rankenden Je länger je lieber Stauden hat der Nachtigall hier einen idealen Brutplatz beschert. Die ganze Nacht hindurch singt die Nachtigall ihre Strophen bis ein Partner gefunden ist. In der Zeit wo die Nachtigall singt wachsen entlang des Weges Teppiche von Buschwindröschen und Lerchensporn. Am Ende des Weges befindet sich einer unsere Weidendome auf den man sich zur Beobachtung der Tierwelt in der Diekbekniederung hinsetzen kann. Hier befindet sich auch noch ein Hain mit alten Eichen, vielleicht ein Relikt aus Zeiten in denen hier noch Wald war. Entlang der Eichen und des Nachtigallenbusches huschen dann die Fledermäuse auf ihren Jagdflügen in den Abendstunden und etwas weiter weg hört man die Kraniche aus dem Hellmoor.

Größe des Biotopkomplexes: 0,7 ha

Entwicklungsziele: Erhalt des derzeitigen Zustandes

Pantener Moorweiher: Halboffene Weidelandschaft

Eigentum der Stiftung Naturschutz SH. Pächter: Der Lämmerhof, Betreuung: Natur Plus e.V. Panten
In diesem Gebiet soll die Natur in ihrer Gesamtheit dauerhaft erhalten werden (Schutzziel). Insbesondere gilt es, das eiszeitlich geprägte Seitental der Schmelzwasserrinne mit naturnahen Quellen und Moorseen als Lebensraum gefährdeter Pflanzen- und Tierarten zu fördern und auch als Trittstein auf dem Vogelzuweg von Ostsee zur Elbe zu schützen.

Das NSG Pantener Moorweiher und Umgebung ist als FFH-Gebiet DE 2329-352 für das europäische Naturschutznetz Natura 2000 gemeldet und wird als Naturschutz-Schwerpunktgebiet Nr. 98 beim Schleswig-Holstein weiten Biotopverbund geführt.

Außerdem ist der charakteristische Landschaftsausschnitt mit hohem Strukturreichtum im Kernbereich des Stecknitz-Delvenau-Tales als Geotop überaus wertvoll.

Im Sinne der Schutzziele werden die verschiedenen Grünlandflächen um den Pantener Moorweiher herum durch den Lämmerhof im Sinne einer halboffenen Weidelandschaft beweidet oder unter Durchführung später Mähnutzungen hin zu vielfältigen Grünlandstandorten entwickelt.

Steenbrink: Entwicklung eines Konzeptes

Eigentum des Lämmerhofes. Biotopgestaltung durch das ALR Lübeck, Staatl. Umweltamt Itzehoe.
Nutzungskonzept: Die Entwicklung der Fläche soll aufzuzeigen, wie auch in ausgeräumten Landschaftsbereichen biotopverbessernde Maßnahmen erfolgsversprechend realisiert werden können.Die Weidelandschaften Hellmoor und Pantener Moorweiher liegen jeweils 2 Kilometer entfernt. Im Rahmen von verschiedenen biotopgestaltenden Maßnahmen wurde das Knicknetz auf der Fläche soweit vervollständigt, daß die Fläche komplett von einem intakten Knick umgeben ist. Innerhalb der Fläche wurden weitere Strukturelemente wie Gehölzsäume und besonnte Flachgewässer angelegt.

Außerhalb der Fläche, angrenzend östlich, liegt ein Feldgehölz von ca. 2 ha Größe auf teilweise anmoorigem Untergrund mit einer Eichen-Eschen-Erlen-Vegetation mit strauchigem Unterwuchs und einigen Nadelbäumen am Rand. Westlich der Fläche, angrenzend auf Poggenseer Seite, in einer aufgelassenen Kieskuhle, liegt ein neu angelegtes Feldgehölz (20 Jahre alt) mit einer bunten Mischung aus dicht stehenden jungen Bäumen und vom Rand her einwachsendem Weiß- und Schwarzdorn. Die Einbindung in weitere Biotopstrukturen ist lückig.
Die Flächen werden vom Lämmerhof so bewirtschaftet, daß eine größtmögliche Diversifizierung des Standortes unter Beibehaltung landwirtschaftlicher Nutzungsansprüche möglich ist.
Die Fläche hat eine Größe von insgesamt 19,5 ha, die sich in eine Grünlandkernfläche um die Feuchtbiotope herum und vier rotierende Ackernutzungsvarianten aufteilt. Auf dem Grünlandteil und dem Kleegrasglied der Ackerfruchtfolge findet eine Beweidung durch die Färsen aus der Herde des Hellmoores und Pantener Moorweihers statt. Nach Aberntung können die Ackerstandorte in die Beweidung mit einbezogen werden.
Unterstützend wird entlang der Ränder ein drei Meter breiter Saumstreifen aus Blütenpflanzen oder Selbstbegrünung innerhalb der Vegetationsperiode geschaffen und nach Möglichkeit mehrjährig erhalten.